Mobile Social Media Arbeit : Zwei Ansätze im Vergleich

Medienreferent

Mobile Social Media Arbeit : Zwei Ansätze im Vergleich

März 25, 2019 Social Media 0

Bei meiner Arbeit in der katholischen Jugendarbeit bin ich oft mit der Arbeit in den sozialen Netzwerken konfrontiert. Möglichst an vielen Veranstaltungen teilnehmen und am Besten sofort darüber berichten. Das bedeutet, nicht nur ich muss flexibel sein, sondern auch mein Equipment. Bei zwei Konferenzen habe ich zwei unterschiedliche Modelle getestet.


Konferenz 1:

Berichterstattung rein mit dem Smartphone

Ausstattung:

  • iPhone X,
  • Moment Linsen (18 mm Weitwinkel, 58 mm Tele)
  • Lightroom CC

Bedingungen:

  • Konferenzsaal mit vielen Fenstern
  • künstliches Deckenlicht


Konferenz 2:

Berichterstattung mit Spiegelreflexkamera und Tablet

Ausstattung:

  • Canon EOS 70D
  • 18-135mm Objektiv
  • iPad Pro
  • Lightroom CC

Bedingungen:

  • Konferenzsaal mit kleinen Fenstern
  • künstliches Deckenlicht



Fotos

Das Wichtigste an einer Berichterstattung in den sozialen Netzwerken sind für mich die Fotos. Ein gutes Foto macht viel mehr auf mein Anliegen aufmerksam als ein ellenlanger Text (wovon ich auf Facebook und Instagram ohnehin kein Fan bin). Das iPhone X verfügt wie viele Flaggschiff-Modelle der letzten Jahre über eine sehr gute Kamera, die für die Arbeit in sozialen Netzwerken eigentlich mehr als nur brauchbar ist. Trotzdem habe ich festgestellt: Die Grenzen sind schnell erreicht. Im Vergleich zur Spiegelreflexkamera macht sich der wesentlich kleinere Sensor bemerkbar, sobald man kein optimales Licht mehr hat, fängt auch schon das Rauschen an. Da man hier auch schon mit RAW fotografieren kann, kann man zumindest den ISO-Wert sehr niedrig einstellen und später in Lightroom das Bild aufhellen, jedoch macht sich der kleine Sensor dennoch stark bemerkbar. Die Spiegelreflexkamera verzeiht ungünstiges Licht einfach eher und ist auch in der Lage, mit höheren ISO-Werten ein schönes Bild aufzunehmen. Da macht die Bearbeitung in Lightroom später auch wesentlich mehr Spaß. Den Flexibilitäts- und Mobilitätsbonus erhält jedoch das Smartphone. Es ist einfach immer dabei, man hat es in bestimmten Situationen schnell aus der Tasche geholt und wenn das Bild mal geschossen ist, kann man es direkt in Lightroom laden, bearbeiten und posten. Bei der Spiegelreflexkamera ist man erstmal damit beschäftigt, entweder die Bilder drahtlos über WLAN oder NFC zu übertragen, oder die Karte aus dem Gerät zu nehmen und sie dann mit einem Adapter oder Lesegerät anzuschließen.

Persönliches Fazit: Bei guten Lichtbedingungen würde ich auf das iPhone zurückgreifen, denn die Bilder sind dann für die sozialen Netzwerke super geeignet und es geht einfach schneller und komfortabler. Wenn ich jedoch nicht weiß, mit welchen Lichtverhältnissen ich konfrontiert sein werde, greife ich dann doch lieber zu meiner geliebten Spiegelreflexkamera.

Vergleich: Oben ein Bild aus der Spiegelreflexkamera, unten ein mit dem iPhone X gemachtes Foto.



Zusammenarbeit

Nicht immer ist man alleine für die Berichterstattung zuständig. In glücklichen Fällen hat man zum Beispiel eine Person, die sich um das Fotografieren kümmert und eine, die Posts vorbereitet und absetzt. Hier ist ein schneller und reibungsloser Datenaustausch nötig. Wenn der*die „Fotograf*in“ mit einem Smartphone unterwegs ist, kann er schnell und einfach die Bilder über Messenger oder über Clouds austauschen. Der Nachteil bei den meisten Messengern: Sie komprimieren die Bilder um sie schneller und „datenvolumenschonender“ zu versenden. Das sieht man den Bilder dann auch leider an. Wer wie ich bei einem kirchlichen Träger arbeitet, ist bei der Arbeit mit Clouds auch etwas eingeschränkt, jedoch ist die Übertragung hier verlustfrei. Beim Benutzen einer Kamera ist der Datenaustausch etwas aufwendiger. Man muss in jedem Fall immer mindestens zwei leere SD-Karten bereithalten, denn der*die Fotograf*in muss auf jeden Fall immer in die Nähe des*der Postingverantwortlichen kommen. Die Übertragung der Bilder erfolgt in den meisten Fällen entweder drahtlos über WLAN oder NFC oder direkt mit der Karte. Der Vorteil ist, dass man in jedem Fall immer eine unkomprimierte Version der Bilder zur Verfügung hat. Der große Nachteil ist, dass der*die Fotografin über einen gewissen Zeitraum örtlich und zeitlich gebunden ist und wenn es nur um das Austauschen der SD-Karten geht. Mit dem Smartphone ist man da ungebundener und kann unter Umständen Momente einfangen, die man vielleicht beim Datentransfer mit der Kamera verpasst.

Persönliches Fazit: Es kommt darauf an wie man die Prioritäten setzt. Sofern man lieber qualitativ hochwertige Bilder haben möchte und das Verpassen eventueller kleiner Highlights verschmerzen kann, ist die Kamera das Gerät der Wahl. Wenn man lieber möglichst alles dokumentieren will und dafür qualitativ zurückstecken kann ist wohl das Smartphone der*die bessere Begleiter*in.



Persönliches Gesamtfazit

Mit dem Smartphone zu arbeiten hat wirklich Spaß gemacht, weil es ein kleines Gesamtpaket ist, das autonom von anderen Systemen genutzt werden kann. Jedoch ist mir der sichtbare Qualitätsunterschied etwas negativ aufgefallen. Wer es gewohnt ist, mit einer hohen Farbdynamik und Detailtiefe in der RAW-Entwicklung zu arbeiten, verzeiht auch bei aller Flexibilität den Qualitätsunterschied nur schwer. Jedoch glaube ich fest daran, dass Kameras in Smartphones immer besser werden und der Qualitätsunterschied kaum mehr sichtbar sein wird.